5. Dezember 2013

Stiftungsbotschafter Wolfgang Dremmler und DFB-Schatzmeister Reinhard Grindel waren am Mittwoch die prominenten Gäste bei der Weihnachtsfeier der Jugendstrafanstalt (JSA) Berlin. Jedes Jahr in der Adventszeit veranstaltet der Berliner Fußball-Verband in der Einrichtung in Plötzensee eine Feier mit dem Fußballteam. Der Verband engagiert sich mit Unterstützung der Sepp-Herberger-Stiftung seit vielen Jahren für die Haftanstalt.

 

Engagiert in der JSA Berlin - Bernd Schultz Reinhard Grindel und Wolfgang Dremmler

Engagiert in der JSA Berlin – Bernd Schultz Reinhard Grindel und Wolfgang Dremmler

Im Dezember 1970 besuchte Sepp Herberger erstmals die Justizvollzugsanstalt Bruchsal. Tief beeindruckt von diesem Nachmittag machte sich der legendäre Nationaltrainer das Engagement in Justizvollzugseinrichtungen anschließend zur Lebensaufgabe, die bis heute in der Sepp-Herberger-Stiftung weitergeführt wird. „Herberger wollte den Inhaftierten Mut machen, ihnen zeigen, dass man alles schaffen kann, wenn man an sich glaubt“, erinnerte Reinhard Grindel an die Motive des „Chefs“.

Als Schatzmeister des Deutschen Fußball-Bundes verantwortet Grindel seit Oktober auch die Finanzen der ältesten deutschen Fußballstiftung: „Fairplay, Teamgeist, klare Regeln beachten – das ist die Grundlage für den Fußball hinter den Gefängnismauern. Gleichzeitig eröffnet sich durch den Fußball für das Leben nach dem Gefängnis die Chance, neue Freunde und ein neues Umfeld zu finden. Fußball ist Zukunft!“

Dremmler: „Beweisen, dass man aus Teufelskreis rauskommen kann!“

Mit dem 52-jährigen Niedersachsen und dem Präsidium des Berliner Fußball-Verbandes um Präsident Bernd Schultz und Vizepräsident Gerd Liesegang kam Stiftungsbotschafter Wolfgang Dremmler zur Weihnachtsfeier. Der Vize-Weltmeister von 1982 ist Nachwuchschef des FC Bayern München. Als 17-jähriger Shootingstar bei Union Salzgitter zeigte ihm sein damaliger Trainer Hannes Wittfoth die JVA in Wolfenbüttel, deren Direktor Wittfoth war. Wittfoth prophezeite damals: „Junge, du kannst das. Das wird dir ein Leben lang gut tun.“

Seit letztem Jahr engagiert sich Dremmler als Botschafter für die DFB-Stiftung Sepp Herberger.

Neue Trikots für das JVA-Team

Neue Trikots für das JVA-Team

Wenn ich die Sepp-Herberger-Stiftung nicht hätte, hätte ich noch nicht einmal Zugang in den Knast“, sagte er bei einer Gesprächsrunde, bei der es Kaffee und Kuchen gab. „Wir merken, auf welches Interesse der Fußball bei den Inhaftierten stößt. Wir wollen den Gefangenen beweisen, dass man aus einem Teufelskreis herauskommen kann.“

Als ein Jugendlicher aus der Fußballgruppe Dremmler auf den Ex-Bayern-Profi Breno anspricht, ist der 59-Jährige in seinem Element: „Den habe ich aus Brasilien geholt“, sagt Dremmler über den 24-Jährigen, der eine Haftstrafe wegen Brandstiftung verbüßt: „Das ist mein Junge.“ Als Freigänger hilft Breno unter der Woche in Dremmlers Sekretariat aus. Dremmler trägt die Verantwortung, hilft bei der Resozialisierung. Die Jugendlichen sind still, nachdenklich – beeindruckt. Dremmler kann es. Hannes Wittfoth wusste es.