Alle Stiftungen, die bis zum Mittelalter errichtet wurden, hatten kirchliche oder soziale Zwecke. Es handelte sich um christliche Wohltätigkeitsanstalten. Insbesondere das Spital entwickelte sich zu einer Grundform des frühen Stiftungswesens. Entsprechend hat die älteste Stiftung in Deutschland auch einen kirchlichen Hintergrund. Sie wurde wohl im 10. Jahrhundert errichtet.

Der Zweck der Stiftung wird im Stiftungsgeschäft vom Stifter festgelegt, er ist nur in engen Grenzen abänderbar. Es empfiehlt sich deshalb, gründlich über den Zweck nachzudenken. Er sollte weder zu eng noch zu weit gefasst werden. Soll die Stiftung als gemeinnützig anerkannt werden, sind gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke im Sinne der Paragraphen 52 bis 54 AO zu verfolgen. Aktuell sind mehr als 90 Prozent der privatrechtlichen Stiftungen in Deutschland als gemeinnützig anerkannt.

Der Zweck ist das zentrale Wesensmerkmal der Einrichtung und wird mit dem zur Verfügung stehenden Vermögen verfolgt. Die Stiftung lässt sich insofern als „zweckgebundenes Vermögen“ bezeichnen. Die Stiftung darf dabei nie Selbstzweck sein. Ihr Zweck muss immer über die eigene Existenz respektive die Verwaltung eigenen Vermögens hinausgehen. Stiftungen engagieren sich für unterschiedliche Themen, zum Beispiel Sport, Kultur, Soziales, Umweltschutz und Bildung.