Das Stiftungswesen hat in den vergangenen Jahren europaweit eine Renaissance erfahren. In der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts wurden allein in Deutschland mehr als 11.000 Stiftungen errichtet. Hierfür werden diverse Gründe aufgeführt, darunter die wesentliche Funktion von Stiftungen, komplementär zu staatlichen und privatwirtschaftlichen Institutionen, spezielle Nachfragen aufgreifen beziehungsweise Unterversorgungen zu kompensieren. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es aktuell 19.551 selbstständige Stiftungen des bürgerlichen Rechts (nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen). Diese Rechtsform ist sozusagen der Prototyp der Stiftung in Deutschland. Sie ist normiert in den Paragraphen 80 bis 88 BGB. Stiftungsgesetze der Länder konkretisieren das Bundesrecht. 11.053 dieser Einrichtungen wurden in den Jahren 2000 – 2012 errichtet. Im Durchschnitt kommen täglich zwei neue Einrichtungen hinzu. Die meisten selbstständigen Stiftungen existieren laut www.stiftungen.org in Nordrhein-Westfalen (3.780), Bayern (3.568) und Baden-Württemberg (2.943). Ein offizielles, gesamtdeutsches Stiftungsverzeichnis existiert nicht, jedoch veröffentlicht der Bundesverband Deutscher Stiftungen in regelmäßigen Abständen das Verzeichnis Deutscher Stiftungen (für 2014 ist die 8. Auflage geplant – auf Basis einer Vollerhebung unter allen deutschen Stiftungen). Man schätzt das Gesamtvermögen der Stiftungen auf 60 bis 100 Milliarden Euro. Die jährlichen Ausgaben aller Stiftungen werden auf zusammen 17 Milliarden Euro geschätzt.

Andere Stiftungsarten sind die auf vertraglicher Grundlage beruhende unselbständige Stiftung (auch sog. Treuhand-Stiftungen), die
Stiftung öffentlichen Rechts, kommunale oder kirchliche Stiftungen. Stiftungsähnliche Rechtsformen sind die sog. Nennstiftungen: Stiftungs-Vereine oder Stiftungs-GmbHs, die mit Hilfe ihrer Satzung eine Stiftungsähnlichkeit simulieren.

Die Gemeinnützigkeit erlangen alle diese Rechtsformen durch die zusätzliche Anerkennung der Gemeinnützigkeit seitens der Finanzbehörden. Rechtsgrundlage sind die §§ 51 ff. der Abgabenordnung (AO).