25. November 2015

Fußballvereine, die mit viel Kreativität – und oftmals kleinem Budget – in den Sozialen Netzwerken aktiv sind, würdigt die DFB-Stiftung Sepp Herberger im kommenden Jahr erstmals bei der Verleihung der Sepp-Herberger-Urkunden in einer eigenen Kategorie. Wenn am 15. April im Mannheimer Rosengarten die feierliche Verleihung stattfindet, werden zusammen mit dem Softwarekonzern SAP und dem IT-Spendenportal stifter-helfen.de in der neuen Kategorie „Fußball Digital“ erstmals drei Fußballvereine mit Preisgeldern in Höhe von 10.000 Euro ausgezeichnet. Gabriele Hartmann ist bei SAP als Direktorin zuständig für das gesellschaftliche Engagement (Corporate Social Responsibility) in Mittel-und Osteuropa. Zudem beschäftigt sie sich mit der Frage, wie der SAP-Konzern das Thema Sport, Technologie und gesellschaftliches Engagement miteinander verbinden kann. Tom Neumann hat mit ihr über die Kooperation mit Deutschlands ältester Fußball-Stiftung gesprochen.

Engagiert für die Sepp-Herberger-Stiftung - Gabi Hartmann und die SAP SE

Engagiert für die Sepp-Herberger-Stiftung – Gabriele Hartmann und die SAP SE

Frau Hartmann, wann haben Sie das erste Mal von der Arbeit der DFB-Stiftung Sepp Herberger erfahren und wie kam der Kontakt zur Stiftung zustande?

Gabriele Hartmann: „Die DFB-Stiftung Sepp Herberger war mir schon lange ein Begriff. Insbesondere, weil ich aus der Nähe von Weinheim an der Bergstraße komme und quasi mit dem Namen und der Legende „Sepp Herberger“ groß geworden bin. Über Stiftungskurator Michael Herberger habe ich die Stiftung dann noch besser kennengelernt und Einblicke in ihre Arbeit bekommen.“

In Deutschland wird in sehr vielen Stiftungen sehr wertvolle Arbeit geleistet. Warum haben Sie und SAP gesagt: „Wir unterstützen ab sofort auch die Arbeit der Sepp-Herberger-Stiftung“?

Gabriele Hartmann: „SAP schreibt gesellschaftliches Engagement groß. Wir wissen, dass nur ein stabiles und funktionierendes Gemeinwesen unsere Zukunft sichert. Und die Arbeit der Vereine mit ihren vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist dabei eine der wichtigsten Säulen. Hier zu unterstützen, hier Projekte zu fördern und zu ermöglichen, ist uns sehr wichtig. Und die Sepp-Herberger Stiftung macht genau das: Gerade bei der jährlichen Urkundenverleihung werden die sogenannten Amateurvereine in den Mittelpunkt gestellt, die im Behindertenfußball, in der Resozialisierung, im Zusammenspiel mit Schulen oder für in Not geratene Vereinsmitglieder Herausragendes leisten. Und das ist einfach unterstützenswert.“

2014 waren Sie zum ersten Mal bei der Verleihung der Sepp-Herberger-Urkunden zu Gast. Eine Veranstaltung, die sich stets anfühlt, wie eine spannende Reise durch die Welt des Fußballs an der Basis. Wie haben Sie diesen Abend erlebt? Was hat Sie an diesem Abend fasziniert?

Gabriele Hartmann: „Die Vielfalt, mit der Amateurvereine oft mit wenigen Mitteln, aber dafür mit großer Leidenschaft sich eben nicht nur für den Fußball einsetzen, sondern auch für gesellschaftliche Herausforderungen. Für mich waren die Begegnungen mit diesen Vereinen auch Begegnungen mit echten Helden des Alltags. Die Begeisterung für den Fußball hat sie zusammengebracht, aber sie nehmen auch ihre Verantwortung außerhalb des Platzes mit großem Engagement wahr.“

In diesem Jahr wird gemeinsam mit stifter-helfen.de und SAP mit „Fußball Digital“ eine neue Kategorie ins Leben gerufen – was verbirgt sich dahinter?

Gabriele Hartmann: „Mit der Kategorie ‘Fußball Digital‘ wollen wir gemeinsam mit stifter-helfen.de und der Sepp Herberger-Stiftung in eine ähnliche Richtung gehen: Wir alle wissen, dass digitale Technologien unser Leben grundlegend verändert haben. Und auch für Vereine werden sie immer wichtiger. Denken Sie nur an die Herausforderungen, die Mitglieder mit aktuellen Informationen zu erreichen, oder Jugendliche für ehrenamtliche Tätigkeiten im Verein zu begeistern. Aber auch auf besondere Aktivitäten, wie zum Beispiel auf das Sammeln von Spenden für ein in Not geratenes Vereinsmitglied nicht nur hinzuweisen, sondern möglichst weit zu streuen. Hier können gerade Social-Media-Aktivitäten tolle Instrumente sein. Wir glauben, dass es in Deutschland hierzu großartige Beispiele gibt, von denen andere Vereine lernen können, indem sie feststellen: ‘Oh, so kompliziert ist das gar nicht. Und wir versuchen das auch einmal.‘ “

Machen wir den Vereinen gemeinsam Mut – wer kann sich für diese neue Kategorie bewerben?

Gabriele Hartmann: „Grundsätzlich alle Vereine, die zum Beispiel auf die ein oder andere Weise Social Media, Homepages oder auch digitale Newsletter einsetzen. Und hier suchen wir die Vereine, die dadurch auch besonders kreativ vielleicht etwas erreicht haben, dass ihnen ohne diese Technologien nicht möglich gewesen wäre. Vielleicht haben sie durch einen Twitter-Account mehr Zuschauer für ein wichtiges Spiel gewinnen können. Oder, wie schon angedeutet, via Facebook mehr Spenden für ein Vereinsmitglied in Not zusammenbekommen oder Gelder für den Sportplatzumbau gesammelt. Andere haben vielleicht durch eine besondere Aktion im Netz neue Mitglieder gewonnen. Wir wollen alle diese Beispiele kennenlernen und darüber berichten. Denn wir glauben fest daran, dass Vereine durch den Einsatz von neuen Technologien noch mehr erreichen können. Und, dass die wichtigste Zutat hier Kreativität ist und nicht unbedingt ein großes Budget.“

Gabriele Hartmann

Gabriele Hartmann ist bei SAP als Direktorin zuständig für das gesellschaftliche Engagement (Corporate Social Responsibility) in Mittel-und Osteuropa.

Hintergrund

Mit den Sepp-Herberger-Urkunden zeichnet die Stiftung jedes Jahr auf Vorschlag der DFB-Landesverbände Fußballvereine aus, die sich in den Bereichen „Behindertenfußball“, „Resozialisierung“, „Schule und Verein“, „Sozialwerk“ und „Fußball Digital“ engagieren. Insgesamt werden 13 engagierte Klubs mit Geld- und Sachpreisen im Gesamtwert von 58.000 Euro prämiert.

Bewerbungen für die Sepp-Herberger-Urkunden sind noch bis 8. Januar 2016 über die DFB-Landesverbände möglich.

Weitere Informationen hier -> Ausschreibung Sepp-Herberger-Urkunden 2016